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Künstliches Koma: Was man dazu wissen muss


Bild: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn

Täglich werden in Deutschland Patienten auf Intensivstationen in einen künstlichen Schlafzustand versetzt, der Tage oder Wochen andauern kann. Was dabei passiert, wieso der Begriff künstliches Koma eigentlich nicht ganz korrekt ist und worauf es nach dem Aufwachen ankommt.

Was ist der Unterschied zwischen Koma und künstlichem Koma?

Das Koma ist ein Zustand langanhaltender Bewusstlosigkeit und sei die schwerste Stufe der Bewusstseinsstörung, erklärt die Deutsche Hirnstiftung. Es kann in Folge von Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfällen, Hirntumoren auftreten – auch eine Unterzuckerung bei Diabetes kann zum Koma führen. Betroffene verlieren das Bewusstsein und reagieren nicht mehr auf äußere Reize.

Das künstliche Koma ist dagegen eine bewusste Maßnahme – und eigentlich sei künstliches Koma ein «unglücklicher Begriff» dafür, sagt der Intensivmediziner Prof. Hendrik Bracht in der «Apotheken Umschau». Er spricht von Sedierung. Diese kann im Gegensatz zum Koma jederzeit beendet werden.

Warum versetzen Ärzte jemanden in diesen Zustand?

Die Sedierung dient der Behandlung und Genesung. Bracht nennt in dem Bericht verschiedene, denkbare Gründe: Etwa, dass Patienten nicht gegen den Beatmungsschlauch ankämpfen. Es kann auch darum gehen, äußere Reize generell auszublenden, damit das Hirn entlastet wird, um Kapazitäten für Heilung und Erholung zu schaffen.

Wann die Sedierung beendet und der Patient wieder aufgeweckt wird, hängt vom Gesundheitszustand ab. Bessert er sich wie erhofft, werden die Medikamente zurückgefahren.

So wie bei der Sängerin Bonnie Tyler (75). Sie war nach Angaben ihren Managements ins Koma versetzt worden, nachdem sich ihr Zustand infolge einer Darm-OP in Portugal verschlechtert hatte. Nun, gut fünf Wochen später, sei sie wieder bei Bewusstsein. Sie sei aber nach wie vor schwer krank und werde auf der Intensivstation behandelt.

Was ist nach dem Aufwachen wichtig?

Nach dem Aufwachen kann es zu starkem Schwitzen, Kreislaufbeschwerden und Verwirrtheit kommen – weil der Körper Zeit benötigt, um die sedierenden Medikamente abzubauen, wie das Portal Schlafanfallbegleitung.de beschreibt.

Ob Bewegungsabläufe, Sprache oder selbstständiges Atmen: Je nachdem, für wie lang Betroffene sediert waren, wie alt sie sind und welche Grundleiden sie hatten, müssen sie danach in einer Reha unter Umständen auch manches wieder aufbauen oder gar neu erlernen. 

Maßnahmen aus Physiotherapie, Ergotherapie oder auch Logopädie helfen dann, um möglichst wieder so leben zu können, wie zuvor.


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(16.06.2026)